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Spezieller Ultraschall gibt Hinweise auf bestmögliche Behandlung

Neue minimalinvasive Eingriffe für schwer einstellbaren Bluthochdruck

„Die renale Denervation ist ein neues minimal-invasives Verfahren zur Behandlung des schwer einstellbaren Bluthochdruckes", berichtet Prof. Dr. Michael Böhm (Homburg/Saar) anlässlich des morgen stattfindenden Weltgesundheitstages der WHO, der unter dem Motto „Bluthochdruck“ steht.

Dabei wird im Herzkatheter-Labor unter Durchleuchtung über eine Beckenarterie ein spezieller Katheter in die Nierenarterie vorgebracht. Anschließend wird mittels Radiofrequenzablation das sympathische Nervengeflecht in beiden Nierenarterien teilweise unterbrochen. Dadurch kommt es zu einer Abnahme der körpereigenen Bildung von Blutdruckhormonen und der Blutdruck sinkt nachhaltig. Der Eingriff wird in Sedierung durchgeführt und dauert inzwischen weniger als eine Stunde. Heute sind drei solche Systeme verfügbar.

Auf der 79. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim, die heute zu Ende geht, wurden über 40 Beiträge zur ergänzenden Behandlung des medikamentös schwer einstellbaren Bluthochdrucks vorgestellt.

Als therapierefraktär bezeichnet man eine Bluthochdruckerkrankung, wenn der Blutdruck trotz der Einnahme von mindestens drei blutdrucksenkenden Medikamenten, wobei ein Diuretikum enthalten sein sollte, nicht in den Zielbereich einstellbar ist. Es kommt regelmäßig vor, dass dieses Ziel trotz der Einnahme von mehr als fünf unterschiedlichen blutdrucksenkenden Medikamenten nicht zu erreichen ist.

Prof. Böhm: „Die Wirkung bleibt nach den vorliegenden Studienergebnissen mindestens 24 Monate erhalten. Da das Verfahren erst seit 2009 eingesetzt wird, fehlen noch Langzeitergebnisse bei ausreichend vielen Patienten. Zu erwarten ist jedoch ein deutlich länger anhaltender Effekt.“

Die Hälfte aller erwachsenen Menschen in Deutschland über 50 Jahre leidet an Bluthochdruck. Bluthochdruck ist der wichtigste Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt. Auch heute noch sterben mehr als die Hälfte aller Menschen in Deutschland an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Neben Allgemeinmaßnahmen wie körperliche Aktivität, Raucherentwöhnung, Normalisierung des Körpergewichtes und Stressabbau ist regelhaft eine medikamentöse Behandlung des Bluthochdruckes notwendig. Allerdings kann der Blutdruck oftmals auch mit einer Kombination aus mehreren Medikamenten nicht zufriedenstellend gesenkt werden.