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Was ist ein Schlaganfall?

Mit der zunehmenden Lebenserwartung steigen die Risikofaktoren für Gefäßkrankheiten. Zu ihnen gehört auch der Schlaganfall (Apoplex). Erhöhte Schlaganfallgefahr besteht bei Diabetes, Übergewicht, Bluteindickung und Herzrhythmusstörungen. Auch Fettstoffwechselstörungen, Verengung der Halsschlagadern und Missbildungen des Herzens sind Risikofaktoren für einen Schlaganfall. Zudem erhöhen ungesunde Lebensgewohnheiten, wie Rauchen, Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie Bewegungsmangel das Schlaganfallrisiko. Ein Hauptrisikofaktor, einen Schlaganfall zu erleiden, sind erhöhte Blutdruckwerte. Der kritische Bereich ist bei Werten jenseits von 140/90 erreicht. Bei Menschen mit erhöhtem Blutdruck ist das Schlaganfallrisiko drei bis vier mal so hoch wie bei Personen mit normalen Blutdruckwerten.

Um das baldige Eintreten oder das schon Vorhandensein eines (leichten) Schlaganfalls erkennen zu können, ist es für Menschen mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko wichtig, für diese Krankheit die Symptome zu kennen. Sie können sich auf sehr vielfältige Weise äußern. Bei manchen Menschen sind plötzlich eintretende Gleichgewichtsstörungen, plötzliche meist einseitige Sehschwäche, Hörverlust oder plötzliche starke Kopfschmerzen Vorboten eines Schlaganfalls. Bereits bestehende Schlaganfälle können sich durch halbseitige Lähmungen und Sprachveränderungen äußern. Besonders bei Frauen sind häufig Schmerzen in Armen oder Beinen, Bewusstseinsstörungen, Orientierungsstörungen, Atemnot, Schluckauf, Übelkeit, Brustschmerzen oder allgemeine Schwäche Symptome für einen Schlaganfall. Oft sind auch mehrere dieser Symptome gleichzeitig vorhanden.

Bei einem Schlaganfall kann zweierlei geschehen sein. Zum einen kann sich durch ein Blutgerinnsel oder durch Arterienverkalkung eine Gefäßverstopfung im Gehirn gebildet haben, was bei 80 Prozent aller Schlaganfälle der Fall ist, und zum anderen kann ein Gefäßriss mit einer nachfolgenden Gehirnblutung die Ursache eines Schlaganfalls sein. Ist ein Gefäß verstopft, so stirbt der Bereich des Gehirns, den dieses Gefäß mit Sauerstoff versorgt hatte, ab. Hier liegt ein Hirninfarkt, auch ischämischer Schlaganfall genannt, vor. Ist ein Gefäß im Gehirn gerissen, verringert sich der Blutstrom hinter der verletzten Stelle deutlich, so dass es auch hier zu einer Unterversorgung von Hirnzellen kommt. Auch das ausgetretene Blut selbst richtet Schaden an, denn es gerinnt und drückt dann auf das benachbarte Gehirngewebe, dessen Nervenzellen schließlich absterben. Dieser Schlaganfall wird hämorrhagisch (blutig) genannt.

Zu den Folgen eines Schlaganfalls gehören Lähmungserscheinungen, herabhängende Mundwinkel, Taubheitsgefühle, plötzliches Erblinden eines Auges oder Sprechunfähigkeit. Die Folgen können unterschiedlich schwer sein, je nachdem wie stark das Gehirn geschädigt ist und ob und wie schnell die Durchblutung des betroffenen Gehirnbereichs durch die Behandlung wieder hergestellt werden konnte. Je eher der Schlaganfall entdeckt und behandelt wird, desto besser stehen die Chancen, dass sich Behinderungen und Funktionsausfälle wieder zurück bilden. Ein Schlaganfall muss also nicht dauernde Pflegebedürftigkeit bedeuten.

Die Akutbehandlung eines Schlaganfalls beginnt mit gezielten Untersuchungen, wie zum Beispiel der Erstellung eines Computertomogramms vom Kopfbereich oder einer ultraschallgestützten Durchblutungsmessung. Eventuell kann ein Blutgerinnsel im Gehirn durch die Infusion eines Thrombolytikums (Medikament gegen Gerinsel) wieder aufgelöst werden. Wenn mit der Behandlung schnell begonnen wird, stellt sich häufig eine spürbare Besserung ein. Eine Heilung ist nur möglich, wenn die Behandlung innerhalb der ersten Stunden nach Beginn des Schlaganfalls einsetzt. Bei hämorrhagischen Schlaganfällen ist eventuell eine chirurgische Behandlung nötig, um das ausgetretene Blut zu entfernen.

Während der Nachbehandlung heißt es für den Schlaganfallpatienten üben, üben, üben. Es ist manchmal viel Geduld erforderlich um die ursprüngliche Sprechfähigkeit oder Beweglichkeit ganz oder teilweise wiederzuerlangen. Während der Rehabilitation wird der Patient von Neurologen, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Krankengymnasten oder Logopäden unterstützt. Um einem weiteren Schlaganfall zu verhindern, sollten vorbeugend Medikamente eingenommen und Atmung, Blutdruck, Körpertemperatur sowie Blutzucker überwacht werden.